Tipps zum Tuning oder Selbstbau von HiFi Equipment
Bereits preiswerte HiFi Komponenten haben gute Klirrfaktor- und Frequenzgangwerte. Warum klingen sie aber nicht
so gut, wie teurere Komponenten ? Was kann man tun, um den Klang einer erschwinglichen HiFi-Anlage aufzumöbeln,
wenn man sich keine High-End-Komponenten leisten kann (z.B. Student, ganzes Geld mit AMD-Aktien verloren :-(, ...)
und Spaß am Basteln hat ?
Die Schwächen preiswerter HiFi-Komponenten werden vor allem bei Klangvergleichen
und Einblicken in die Schaltungstechnik deutlich.
Verstärker
Klangvergleiche offenbaren bei preiswerten Geräten deutliche Schwächen in der tonalen Ausgewogenheit, der
Klarheit, der "Luftigkeit" im Hochtonbereich, der Raumabbildung und dem Druck im Bassbereich.
Die folgenden Betrachtungen sind universell, da sich das Schaltungsprinzip durch alle analogen Schaltungsteile
von HiFi-Komponenten zieht.
Einführung: Was ist ein Operationsverstärker ?
Grundlagen: Verzerrungen und Stabilität
Angenommen ein Verstärker besteht aus mehreren Stufen und die abfallende Charakteristik der Übertragungskennlinie
in jeder Stufe ist äquivalent zu einem einfachen RC-Glied. Es seien die Grenzfrequenzen der einzelnen Stufen der
Größe nach mit f1,f2,...,fn bezeichnet, so daß gilt: f1 < f2 <...< fn. Für die Erzielung einer stabilen
Arbeitsweise ist es erforderlich, daß der Schnittpunkt f0 der Kennlinie des gegengekoppelten Verstärkers und der des
"offenen" Verstärkers zwischen f1 und f2 liegt, d.h. er muß in den Abschnitt der Übertragungskennlinie mit
einem Abfall von 20 dB pro Dekade kommen. Zur Erreichung einer starken Gegenkopplung wählt man f0 möglichst nahe an
f2. (Bei konventionellen HiFi-Verstärkern liegt f0 meist zwischen f2 und f3. Dies macht dann aber eine
Ausgangsdrossel und ein Phasenkorrekturglied in der Gegenkopplung erforderlich, da keine weitere Phasenreserve für
kapazitive Ausgangslasten mehr vorhanden ist.)
Dazu kann man f1 so weit verringern, daß der Abschnitt mit einem Abfall von 20 dB pro Dekade herunter gesetzt wird
und f0 zwischen f1 und f2 fällt. Diese Möglichkeit der Erreichung von Stabilität nennt man nacheilende
Phasenkompensation (lag compensation), weil nach Einführung der Kompensation das Signal in der Phase zurückbleibt.
Eine andere Möglichkeit ist die Erhöhung der Grenzfrequenz f2, so daß der Bereich mit einem Abfall von 40 dB pro
Dekade in den Bereich höherer Frequenzen verschoben wird. Man spricht hier von voreilender Phasenkompensation (lead
compensation).
Da in üblichen Verstärkerschaltungen f1 im Hörfrequenzbereich liegt, verringert sich bei steigender Frequenz der
Gegenkopplungsgrad. Folglich beginnen bei höheren Frequenzen als f1 die harmonischen Verzerrungen anzuwachsen. Es
zeigt sich, daß die Empfindlichkeit des Gehörs gegenüber diesen Verzerrungen mit steigender Ordnung proportional zu
n²/4 anwächst (n = Nummer der Harmonischen). Mit anderen Worten ist z.B. die vierte Harmonische viermal auffälliger
als die zweite.
Deshalb ist es zur Qualitätsbeurteilung eines Verstärkers unzureichend nur den Klirrfaktor bei 1 KHz anzugeben. Die
Verringerung der "überwiegenden" harmonischen Verzerrungen ist nicht proportional dem Gegenkopplungsgrad
bei niedrigen Frequenzen, und je geringer die Grenzfrequenz f1 ist, um so größer sind die Unterschiede. Das ist noch
ein Argument zu Gunsten der Erhöhung der Frequenz f2. Offensichtlich existiert ein optimaler Gegenkopplungsgrad, bei
dem sich harmonische, Intermodulations- und dynamische Verzerrungen nach der gehörmäßigen Wahrnehmung ausgleichen.
Für die Bestimmung dieses Optimums ist gleichberechtigt mit den Messungen der Verzerrungen auch ein vergleichendes
Abhören.
Ein weiteres Problem, das durch nacheilende Phasenkompensation verstärkt auftritt, ist das Übersteuern der
Eingangstufen bei plötzlichen Veränderungen des Eingangssignals. Die dabei entstehenden Stromspitzen sind ebenfalls
ein Grund für das Entstehen dynamischer Verzerrungen. Eine Möglichkeit zur Verringerung dynamischer Verzerrungen
besteht darin, das Frequenzgangkorrekturglied aus dem Gegenkopplungszweig herauszunehmen und in Form eines
frequenzabhängigen Eingangsspannungsteilers zu realisieren. Dies setzt allerdings einen konstanten
Eingangsquellwiderstand voraus. Eine grundlegende Verbesserung der Wiedergabequalität kann man mit über alle
Stufen symmetrischen Verstärkern erreichen. Dabei sollten die entsprechenden Transistoren nach Stromverstärkung und
Basis/Emitter Spannung selektiert werden.
bipolare Transistoren oder FETs oder Röhren ?
Seit Einführung von transistorisierten Verstärkern sind Unterschiede in der Klangfarbe von NF-Verstärkern mit
Röhren und Transistoren bekannt. Moderne Transistorverstärker sind von ihren Parametern Röhrenverstärkern um
Größenordnungen überlegen, dennoch werden im High-End Audiobereich immer noch gerne Röhrenverstärker wegen ihres
warmen und natürlichen Klangbildes eingesetzt.
Bei Vorverstärkern ohne Leistungsstufen und mit geringen Signalspannungen sind die Unterschiede weitaus geringer.
Die Bedingungen für das Fehlen dynamischer Verzerrungen werden von allen Stufen eines Vorversterärkers leicht
erfüllt.
Am Ausgang von Transistor-NF-Verstärkern sind alle Harmonischen vorhanden, in Röhrenverstärkern in der Regel nicht,
sie beginnen erst mit der Vierten. Außerdem ist ihr Spektrum bei weitem nicht so umfangreich.
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Die Ursache für Verzerrungen und damit der Grad und die Amplitude der dem verstärkten Ausgangssignal
hinzugefügten Oberwellen ist in "klassischen" Verstärkerschaltungen mehrheitlich in den Nichtlinearitäten
der verwendeten aktiven Bauelemente zu suchen.
Elektronenröhren und Feldeffekttransistoren haben eine U-I-Übertragungsfunktion mit quadratischem Verlauf, die dem
linearen Ideal sehr viel näher kommt als die exponentielle U-I-Kennlinie bipolarer Transistoren.
Verstärkerbauelemente, deren Kennlinien einen quadratischem Verlauf besitzen, produzieren mehrheitlich geradzahlige
Oberwellen, die vom menschlichen Ohr als angenehmer empfunden werden als Verzerrungen, die mit gerad- und
ungeradzahligen Oberwellen darstellbar sind.
Für die Verbesserung der Qualität von Verstärkern kann man die Erhöhung ihrer Linearität (Verringern der
harmonischen, Intermodulations- und dynamischen Verzerrungen durch Vervollkommnung der Schaltungstechnik), die
Vergrößerung des dynamischen Bereichs, besonders der kompensierten Stufen, empfehlen. Außerdem kontrolliert man
zweckmäßigerweise die spektralen Bestandteile des Ausgangssignals und beurteilt weiterhin die
Übersteuerungsfestigkeit.
Aus dem oben gesagten ist ersichtlich, daß der Frequenzgang eines NF-Verstärkers bei Eingabe eines sinusförmigen
Signals nur ungenügend die Fähigkeit charakterisiert, ein musikalisches Signal, das wenig Ähnlichkeit mit einem
sinusförmigen Signal und offensichtlich einen ausgesprochenen Impulscharakter hat, ohne Verzerrungen wiederzugeben.
Zusammen mit dem Frequenzgang müssen die Parameter des Impulssignals, die Abhängigkeit der harmonischen und
Intermodulationsverzerrungen von der Frequenz, die Übersteuerungsfestigkeit und die Leistungsbandbreite gemessen
werden.
Operationsverstärker
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Bei Klangvergleichen zwischen hochwertigen Operationsverstärkern fällt es schwer, eindeutige klangliche
Unterschiede festzustellen. Ich glaube nicht, daß man FETs und bipolaren OPVs feste, technologiebedingte klangliche
Charakteristika zuordnen kann. Vielmehr sollte beachtet werden, daß bei Verwendung von modernen Audio-OPVs die
passiven Komponenten (v.a. die Koppelkondensatoren, siehe unter Kondensatoren) und der Schaltungsaufbau (siehe unter
Layout) oft stärker den Klang beeinflussen, als die OPVs selbst. Es sprechen prinzipiell geringe
Eingangs-Rauschspannungen für bipolare OPVs und hohe Anstiegsgeschwindigkeiten sowie fehlende Eingangsströme für
FETs. Die fehlenden Eingangsströme der FET-OPVs machen es einfach, einen gleichspannungsgekoppelten Signalweg zu
realisieren. Oft können in bestehenden Schaltungen durch Austausch der OPVs gegen Präzisions-FET-Typen
Koppelkondensatoren einfach überbrückt werden.
Für die Erzielung möglichst geringer Verzerrungen müssen bei nichtinvertierenden Verstärkerschaltungen die
Impedanzen vor dem invertierenden und nichtinvertierenden Eingang gleich oder klein sein (< 2 KOhm). Dies
verbessert die Gleichtaktunterdrückung bei bipolaren und auch den FET-OPVs, da diese eine spannungsabhängige
Eingangskapazität aufweisen.
Sollte es nicht schon aus Stabilitätsgründen erforderlich sein, so verbessern sich Impulsverhalten und Präzision,
wenn in unmittelbarer Nähe der OPVs die Betriebsspannungen breitbandig niederimpedant abgestützt werden.
OPVs werden selten ausschließlich für Hifi-Anwendungen entworfen. Sie besitzen meist mehrere spannungsverstärkende
Stufen, um eine hohe Spannungsverstärkung sicherzustellen. Diese nützt in der Praxis leider wenig, da die erzielbare
Bandbreite oft nur 100 Hz oder weniger beträgt. Bei höheren Frequenzen wird die Verstärkung durch die
Kompensationskondensatoren begrenzt und die überflüssigen Stufen produzieren nur Verzerrungen sowie Rauschen. Eine
positive Ausnahme stellt hier der Audio-OPV AD797 dar.
Bei diesem und anderen besonders breitbandigen OPVs gibt es in den Datenblättern der Hersteller spezifische Angaben
für die externe Beschaltung zur Sicherstellung eines stabilen Betriebs.
Rauschen
Bei bipolaren OPVs ist das Spannungsrauschen umgekehrt proportional zur Quadratwurzel des Kollektorstromes der
Eingangstransistoren, das Stromrauschen hingegen direkt proportional. So besitzen bipolare OPVs mit besonders
geringem Spannungsrauschen oft ein höheres Stromrauschen. Deshalb muß hier die Eingangsbeschaltung extrem
niederohmig ausfallen (Ri < 50 Ohm), ansonsten überwiegt eben das Stromrauschen. Wenn die Impedanz der
Eingangsbeschaltung ein paar Kiloohm übersteigt produzieren FET OPVs ein geringeres Rauschen als ihre bipolaren
Kollegen.
| Eingangsrauschen eines OPVs: |
Ut = sqrt ( Unoise² + 4*k*T*Ri + (Inoise*Ri)² ) |
| bei 25 Grad ergibt sich dann: |
Ut = sqrt ( Unoise² + 0.017*Ri + (Inoise*Ri)² ) |
Operationsverstärker für Audio-Anwendungen
| Typ |
Techn |
Ub (V) |
Ue0 (µV) |
Ie (A) |
Bandbr (MHz) |
Ua / t (V/µs) |
Unoi@1K (nV/-|Hz) |
Inoi@1K (A/-|Hz) |
Klirrfaktor @10K(%) |
min Last (KOhm) |
komp. Verst. |
| AD797 | bip | 18 | 25 | 250n | 110 |
20 | 0.9 | 2.0p | 0.0001 | 0.6 | 1 |
| LT1028 | bip | 22 | 20 | 30n | 75 |
15 | 0.9 | 1.0p | | 0.6 | 2 |
| LT1128 | bip | 22 | 20 | 30n | 20 |
6 | 0.9 | 1.0p | | 0.6 | 1 |
| LT1037 | bip | 22 | 20 | 15n | 60 |
15 | 2.5 | | | 0.6 | 5 |
| LT1115 | bip | 22 | 50 | 50n | 70 |
15 | 0.9 | 1.2p | 0.002* | 0.6 | 1 |
| NE5534A | bip | 22 | 500 | 500n | 10 |
13 (6) | 3.5 | 0.4p | 0.003 | 0.6 | 3 |
| SSM2134 | bip | 22 | 300 | 350n | 10 |
13 | 3.5 | | | 0.6 | 3 |
| HA5147 | bip | 22 | 100 | 150n | 100 |
28 | 4.5 | 0.6p | | 0.6 | 10 |
| AD744 | FET | 18 | 300 | 30p | 13 |
75 | 18 | | | 2.0 | 2 |
| AD745 | FET | 18 | 250 | 150p | 20 |
12.5 | 2.9 | 6.9f | 0.0015* | 0.6 | 5 |
| OPA134 | FET | 18 | 500 | 5p | 8 |
20 | 8 | 3f | 0.0001 | 0.6 | 1 |
| OPA604 | FET | 24 | 1000 | 50p | 20 |
25 | 11 | 4f | 0.0006 | 0.6 | 1 |
| OPA627 | FET | 18 | 280 | 2p | 16 |
55 | 5.6 | 2.5f | 0.0002 | 0.6 | 1 |
| OPA637 | FET | 18 | 280 | 2p | 80 |
135 | 5.6 | 2.5f | 0.0007* | 0.6 | 5 |
| DIP 14 |
| AD841 | FET | 18 | 800 | 3.5µ | 40 |
300 | 15 | | | 0.6 | |
| SOIC 8 (SMD) |
| AD825 | FET | 18 | 1000 | 10p | 26 |
140 | 12 | 10f | | 0.15 | 1 |
Doppel-OPVs
| Typ |
Techn |
Ub (V) |
Ue0 (µV) |
Ie (A) |
Bandbr (MHz) |
Ua / t (V/µs) |
Unoi@1K (nV/-|Hz) |
Inoi@1K (A/-|Hz) |
Klirrfaktor @10K(%) |
min Last (KOhm) |
komp. Verst. |
| NE5532A | bip | 22 | 500 | 200n | 10 |
9 | 5 | 0.7p | | 0.6 | 1 |
| SSM2132 | bip | 22 | | | 16 |
15 | 6 | | | 0.6 | 1 |
| LM833 | bip | 18 | 300 | 500n | 15 |
7 | 4.5 | 0.7p | 0.002 | 2.0 | 1 |
| HA5112 | bip | 20 | 2000 | 200n | 54 |
20 | 4.3 | 3p | | 2.0 | 10 |
| HA5222 | bip | 18 | 300 | 40n | 40 |
37 | 3.3 | 1.3p | | 1.0 | 1 |
| LT1124 | bip | 22 | 45 | 8n | 12.5 |
4.5 | 2.7 | 0.3p | 0.001 | 2.0 | 1 |
| LT1126 | bip | 22 | 60 | 8n | 65 |
11 | 2.7 | 0.3p | 0.001* | 2.0 | 10 |
| OP275 | bip | 22 | 200 | 100n | 9 |
22 | 6 | 1.5p | 0.0007 | 0.6 | 1 |
| LT1057 | FET | 20 | 200 | 7p | 5 |
13 | 14 | 1.8f | | 1.0 | 1 |
| AD746 | FET | 18 | 300 | 30p | 13 |
75 | 18 | | | 2.0 | 2 |
| OP249 | FET | 18 | 200 | 30p | 4.7 |
22 | 17 | 3f | 0.002 | 0.6 | 1 |
| OPA2107 | FET | 18 | 100 | 4p | 4.5 |
18 | 8 | | 0.003 | 2.0 | 1 |
| OPA2134 | FET | 18 | 500 | 5p | 8 |
20 | 8 | 3f | 0.0001 | 0.6 | 1 |
| OPA2604 | FET | 24 | 1000 | 50 p | 20 |
25 | 10 | | 0.0003 | 0.6 | 1 |
* Bei 10-facher Verstärkung
Kondensatoren
| |
In Budgetverstärkern fallen viele Elektrolytkondensatoren im Signalweg auf. Elektrolytkondensatoren sind gepolte
Bauelemente, ihr Leckstrom steigt bei Falschpolung sprunghaft (besonders bei den Tantal-Typen). Elkos sollten immer
mit einer gewissen Vorspannung betrieben werden, schon deshalb sind sie als Koppelkondensatoren in HiFi-Schaltungen
denkbar ungeeignet. Außerdem produzieren sie Verzerrungen, besitzen einen sehr hohen Verlustfaktor und schlechte
HF-Eigenschaften.
Koppelkondensatoren mit hohem Verlustfaktor bewirken frequenzabhängige Phasendrehungen und Spannungsverluste.
Kleinere Elkos können durch Folienkondensatoren ersetzt werden. Sollte eine ausreichende Temperaturstabilität der
Endstufen nicht gegeben sein und sollten für eine dem Bild entsprechende Modifikation die Eingangsströme zu groß
sein, kann eine aktive Offsetkompensation (DC-Servo) oder notfalls eine Parallelschaltung aus unipolarem Elko (bzw.
zwei gepolte Elkos antiseriell) und schnellem Folienkondensator in der Gegenkopplungsbeschaltung eingesetzt werden.
Der Hersteller Jelmax wirbt mit konkurrenzloser Verzerrungsarmut und Geschwindigkeit seiner
Black-Gate Elekrolytkondensatoren, deren BG-NX Serie unipolar
ausgeführt wurde.
Der Kapazitätswert keramischer Kondensatoren ist extrem spannungs- und
temperaturabhängig. Sie dürfen nicht als Koppelkondensatoren eingesetzt werden, zur HF-Unterdrückung und
Phasenkompensation sollten sie durch Folienkondensatoren ersetzt werden. Auch kleine keramische Kondensatoren
können aufgrund des piezoelektrischen Effektes Probleme verursachen.
Folienkondensatortypen
sehr geringe Verluste:
MKP = Polypropylen / Aluminium metallisiert FKP = Polypropylen / Aluminiumfolie
KP = Polypropylen / Aluminiumfolie (geringe Toleranzklasse: 3%) KS = Polystyrolfolie / Metall (Styroflex)
Glimmer
hohe Verluste, nicht als Koppelkondensatoren verwenden:
MKC = Polycarbonat / Aluminium metallisiert, etwas besser als MKT FKC = Polycarbonat / Metallfolie
MKT = MKH = MKS = Polyester metallisiert
Das Bauvolumen ist dabei proportional zur Spannungsfestigkeit und indirekt proportional zum Verlustfaktor.
Zum Abstützen von Betriebsspannungen
Tantalkondensatoren besitzen niedrigere Leckströme und
bessere HF-Eigenschaften als herkömmliche Elkos. Sie dürfen aber nicht direkt mit keramischen oder Folienkondensatoren
parallel geschaltet werden, da so durch ihre parasitäre Induktivität Resonanzeffekte entstehen. Da sie außerdem
nicht nicht mit hohen Impulsströmen geladen oder entladen werden dürfen, bietet es sich an, ihnen einen kleinen
Vorwiderstand (2.2 Ohm) in Reihe zu schalten oder sie gleich durch Low-ESR Elkos zu ersetzen. Aus besagten
Resonanzgründen dürfen auch nicht unterschiedliche keramische oder Folienkondensatoren parallel geschaltet werden.
OPVs besitzen eine mit der Frequenz abnehmende Betriebsspannungsunterdrückung. Deshalb sollten zumindest
die kleinen HF-Stützkondensatoren verzerrungsarm sein und keramische Typen mit ihren ausgeprägten Nichtlinearitäten
nicht als Stütz- bzw. Entkoppelkondensator im Analogbereich eingesetzt werden.
Platinenlayout
Die präzisesten OPVs, besten Kondensatoren und aufwendigsten Spannungsversorgungen nützen nichts, wenn man nicht
auch für ein qualitativ hochwertiges Platinenlayout sorgt.
Dazu gehört:
- Eine konsequent sternförmige, niederimpedante Masseführung. Zum Massepunkt laufende stromführende Leiterbahnen
nicht als Signal- oder Referenzmasseverbindung nutzen.
- Masseführende Leiterbahnen zwischen die Signalleiterbahnen der Stereokanäle legen und stromführende
Masseleitungen separat für die Stereokanäle ausführen.
- Kurze, direkte, möglichst durch benachbarte Masseflächen geschirmte Signalbahnen.
- Ein möglichst symmetrisches Platinenlayout für die Stereokanäle sorgt für identische Bedingungen auf beiden
Kanälen und damit für eine präzise Raumabbildung.
- Niederimpedante Versorgungsspannungszufuhr. Die OPVs sollten höchstens wenige Zentimeter von den
Stützkondensatoren entfernt sein.
- Schirmung und Entkopplung der Schaltungsteile. Von Schaltungsteilen mit hohen Signalspannungen oder -strömen,
getakteten digitalen Schaltungen und Netztransformatoren einen möglichst großen Abstand zu empfindlichen
Schaltungsteilen mit niedrigen Signalspannungen einhalten.
Stromversorgung
Die Stromversorgung stellt bei preiswerten Verstärkern eine weitere große Schwachstelle dar. Hier können mit
einfachen Mitteln bereits deutliche Verbesserungen erzielt werden. Eine reichlich dimensionierte Siebekapazität
verbessert die Impulsleistung. Dabei besitzen mehrere parallel geschaltete Elkos eine größere
Stromanstiegsgeschwindigkeit als ein einzelner großer Elko.
Wichtiger ist es jedoch den Spannungstreiberstufen zur Entkopplung von den Leistungsstufen eine separate
Gleichrichtungs- und Siebestufe zu spendieren. Um die "ruppigen" Nachladevorgänge der Siebeelkos und
Netzstörungen etwas abzudämpfen kann man Drosseln (z.B. 100µH) vor die Ladeelkos schalten. Dem gleichen Zweck
dienen ultraschnelle Gleichrichterdioden mit parallel geschalteten schnellen Kondensatoren. Bei kleineren
Trafo-Spannungen können die besonders schnellen Schottky-Dioden verwendet werden. Zu beachten ist, daß auch
transiente Störungen auf der Hauptversorgung über Kollektor/Basis-Kapazitäten die empfindlichen
Spannungstreiberstufen stark beeinflussen können. Dies kann man leicht prüfen, indem man mit einem Schraubendreher
die Kollektoren der Endstufentransistoren antippt. Ein Knacksen in den Boxen verrät eine schlechte
Entkopplung.
Als nächstes sollten die Spannungsreferenzen überprüft werden. Verstärkerschaltungen reagieren sehr empfindlich
auf Schwankungen ihrer Referenzpunkte. So muß der Strom der Eingangsdifferenzverstärker sehr konstant sein.
Oft findet man in preiswerten Verstärkern hier Zenerdioden mit kleinen Spannungswerten zur Stabilisierung. Bei
Referenzspannungen unter 6 Volt sollten diese durch eine Reihenschaltung von LEDs ersetzt und mit
"großen" Elkos abgepuffert werden. Gelbe LEDs weisen die höchste Flußspannung auf (1.9V/2.5mA), grüne
(1.8V/2.5mA) haben aber eine steilere Kennlinie. Rot hat die steilste Kennlinie aber auch die geringste
Flußspannung (1.6V/2.5mA). Alternativ ist auch der Einsatz von integrierten Spannungsreferenzen oder das Ersetzen
von Widerständen durch Stromquellen möglich. Temperaturstabil ist die Kopplung von LED und bipolarem Transistor.
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Die ultimative Lösung besteht natürlich im Stabilisieren der Betriebsspannungen.
Damit werden auch transiente Störungen ausgeschaltet und Dual-Mono-Netzteile eigentlich überflüssig. Zu beachten
ist, daß die Ausgangsspannung integrierter Standard-Spannungsregler verrauscht ist. Dieses Rauschen resultiert
aus der fehlenden Möglichkeit, die interne Spannungsreferenz kapazitiv zu filtern. Man kann es bei Vorstufen noch
lokal ausfiltern oder die Spannungsregler diskret aufbauen. Die Betriebsspannungen müssen aus Stabilitäts- und
Präzisionsgesichtspunkten eine niedrige dynamische Impedanz besitzen. Dafür sollte "direkt vor Ort" mit
Elkos (z.B. 1000µF) und gleichartigen Folienkondensatoren (z.B. 470nF) gepuffert werden. Ideal ist ein gut
gepufferter diskreter Spannungsregler in direkter Nähe der versorgten Schaltung. Große Stützkondensatoren
verbessern besonders bei größeren Laststromänderungen das Impulsverhalten. Dies gilt insbesondere für “Low-Drop”
Spannungsregler, da sie nicht so schnell und stabil wie konventionelle Typen sind.
Bei Vollverstärkern existieren aufgrund der räumlichen Anordnung meist zwei zentrale Massepunkte: die Netzteilmasse
und die Vorverstärkermasse. Sollte die Spannungsversorgung des Vorverstärkers nicht an der Vorverstärkermasse
hängen, so liegt ein Brummen auf der Versorgungsspannung. Brummen und Rauschen kann über Stützelkos auch in die
Signalmasse gelangen.
Hier das Schaltbild einer diskret aufgebauten Spannungsversorgung
für HiFi-Vorstufen.
Dieser “Low-Drop” Spannungsregler benötigt nur einen minimalen Spannungsüberhang und besitzt trotzdem ein gutes
dynamisches Verhalten. Somit können die spannungsverstärkenden Stufen der Endstufen ohne Hilfstrafo betrieben
werden.
Brummschleifen
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Die Massepotentiale der HiFi-Komponenten einer Anlage sind nie ganz identisch. Das ist v.a. bei teurerem
Equipment öfter ein Problem, da hier meist Ringkerntransformatoren eingesetzt werden. Diese besitzen zwar kleine
Streufelder, niedrige Innenwiderstände und ein geringes Brummen, leider aber auch eine viel höhere kapazitive
Kopplung zwischen Primär- und Sekundärkreis. Schon bei kleineren Ringkerntransformatoren beträgt diese einige
hundert Pikofarad. Nun sind aber üblicherweise die parasitären Kapazitäten C1 und C2 nach dem einfachen Modell
im Bild von stark unterschiedlichem Wert, so daß eine korrekte Orientierung des Netzsteckers zu empfehlen ist.
Andernfalls fließen störende Ausgleichströme über die Masseverbindung der Cinchkabel. Eine niederohmige
Masseverbindung ist immer vorteilhaft, aber alleine keine Lösung. Oft kann man die korrekte Orientierung finden,
indem man die Cinchkabel abzieht und mit einem Phasentester die Gerätemasse prüft.
Deutlich störende Brummschleifen entstehen vor allem dann, wenn mehrere Komponenten an verschiedene Erdungsquellen
angeschlossen werden. Normalerweise ist nur der Tuner und der PC geerdet. Es empfiehlt sich im Antennenstecker des
Tuners die Masseverbindung mit einem 10 nF SMD Kondensator zu unterbrechen. Ein Mantelstromfilter ist hier die
perfekte Lösung.
Lautsprecherausgang
Problematisch sind große Drosseln zur Phasenkompensation am Verstärkerausgang. Sie verschlechtern den
Dämpfungsfaktor im Hochtonbereich erheblich, so daß parasitäre Partialschwingungen der Hochtönermembran
nicht effektiv unterdrückt werden. Oftmals sind diese Drosseln überdimensioniert und können etwas abgewickelt
werden.
Ideal sind in dieser Hinsicht Verstärker deren Frequenzgang ohne Gegenkopplung bis zur Schleifenverstärkung nur
mit 20 dB/Dekade abfällt (Kompensation mit einem Pol, siehe oben). Solche Verstärker kommen ganz ohne
Ausgangsdrosseln aus. Sie müssen allerdings sehr breitbandig sein, um auch im Hochtonbereich ein hohes Maß an
Gegenkopplung zu gewährleisten.
In der Schutzschaltung sorgen Lautsprecherrelais mit Wolfram-Vorlaufkontakt auch nach Überlastabschaltungen
niedrige Kontaktübergangswiderstände, da der induktive Rückschlagfunke nicht auf den Silberkontakt trifft. Zu
beachten ist, daß auch hier die Entstörkapazitäten niederohmig oder separat nach Masse geführt werden müssen,
um eine hohe Kanaltrennung sicher zu stellen.
Die Enden des Lautsprecherkabels dürfen nicht verzinnt verschraubt werden, da sonst im Laufe der Zeit Korrosionen
entstehen, die zu Verzerrungen führen.
Schalter und Potis
Alle Schalter eines Verstärkers sollten vorsorglich mit Kontaktspray (z.B. Cramolin TOP-PIN) behandelt werden.
Als Lautstärkeregler kann ein hochwertiges, gekapseltes, logarithmisches Leitplastikpotentiometer (z.B. von Alps)
eingesetzt werden.
Niederohmige Potentiometer erlauben bessere Kanaltrennung und geringeres Rauschen. Aufwendige Vierfach-Potis
ermöglichen den Aufbau besonders rauscharmer Vorverstärker mit dem Preis höherer Kontaktverzerrungen (?). Ein
hochwertiger Stufenschalter mit Metallschichtwiderständen bietet minimale Kanalabweichung, hohe
Langzeitstabilität und minimale Kontaktverzerrungen. Nicht verdeckte Ausschnitte in Schaltern und Potis können
mit Klebeband vor Staub geschützt werden.
CD-Player
Bei preiswerten CD-Playern sparen die Hersteller i.d.R. am Analog-Ausgangsfilter, der Stromversorgung und den
Wandlern. Zusätzlich zu dem oben geschriebenen gibt es noch folgendes zu beachten:
Tipps
Getrennte Netzteile mit separaten Transformatoren zur Entkopplung der unterschiedlichen Schaltungsteile
einsetzen. In der Versorgung des Digitalbereichs fließen mittelgroße, hochfrequente Ströme. Bei den Treibern für
den Spindelmotor, die Spurführung und den Fokus fließen relativ große, niederfrequente Ströme. Für ein präzises
Auslesen der Daten ist ein Stabilisieren und gutes Abstützen der Betriebsspannungen sinnvoll. Insbesondere muß
auch der Strom durch die Photodiode sehr konstant sein.
In den Gleichrichterkreisen können schnelle Schottky-Dioden eingesetzt werden. Die Spannungsversorgung der
D/A-Wandler sollte für Analog- und Digitalbereich separat ausgeführt sein. Hier ist eine saubere
Betriebsspannung besonders wichtig. Störungen auf den Betriebsspannungen im Digitalbereich, v.a. dem
Taktgenerator, können zu Phasenzittern führen, Störungen im Analogbereich gehen direkt in das
Ausgangssignal. Standard Spannungsregler können hier nicht verwendet werden. Einsetzbar sind die rauscharmen
Präzisionstypen NJM7805FA oder diskret aufgebaute Spannungsregler. Die Spannungen sollten an jedem
Versorgungsanschluß der Wandler gut abgepuffert werden (z.B. 1000µF + 100nF), Masseschienen können mit
Kupferlitze verstärkt werden.
Für die Versorgung der Ausgangsfilter/-treiber sollte ebenfalls eine stabilisierte und entkoppelte Spannung
eingesetzt werden. Auch die Betriebsspannung der OPVs sollte direkt vor Ort abgepuffert werden (z.B. 1000µF +
470nF).
Keramische Kondensatoren im Ausgangsfilter sollten durch Styroflex Typen ersetzt werden. Standard
Operationsverstärker NE5534A/32A müssen nicht ersetzt werden, sie sind hier gut geeignet. Ausgangselkos sind
meist überflüssig, wenn man die Offsetspannungen zu Null abgleicht.
In preiswerten Playern macht man sich oft wenig Mühe damit, Rausch- und Aliasingkomponenten jenseits der 22 KHz
Grenze aus dem Ausgangssignal zu filtern. Dies kann zu Verzerrungskomponenten im hörbaren Spektrum führen, die
sich mitunter wie ein Schleier über den Hochtonbereich legen.
Üblicherweise werden die Signalausgänge mit bipolaren Transistoren stumm geschaltet. Dies ist ein Schwachpunkt.
Die maximale Basis/Emittersperrspannung der Transistoren beträgt meist 5 V. Da der maximale Scheitelwert der
Ausgangsspannung +/- 2.5 V beträgt wird eine Reihenschaltung aus Widerstand und Diode vor die Basis der
Transistoren geschaltet und mit z.B. +/- 12 V angesteuert. Wenn das Muting nun im normalen Betrieb ausgeschaltet
ist, hängt die Basis der Transistoren quasi "in der Luft" und der Transistor wirkt als kleine,
spannungsabhängige Ausgangskapazität. Im Falle schnell ansteigender Ausgangsflanken wird aber die Basis über die
Kollektor/Basis-Kapazität mit hochgezogen und der Transistor eventuell in einen leitenden Zustand versetzt.
Auch ist die Wirkung des Muting asymmetrisch und geht nach dem Ausschalten der Betriebsspannung irgendwann
verloren. Solche Lösungen sollten durch ein kleines Relais ersetzt werden.
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Keep on tuning !
Reina.
Anregungen, Kritik oder Erfahrungsberichte sind mir willkommen!
|